top of page

Insulin - das eine Hormon, sie alle zu knechten

Insulin ist nicht das einzige Hormon, das eine Rolle im Metabolismus und in der metabolischen Gesundheit spielt, doch es ist ein überwältigend wichtiger Spieler und hat viele Auswirkungen auf unsere Gesundheit und die Entstehung von Übergewicht und chronischen metabolischen Krankheiten. Wir wollen uns hier auf die Rolle von Insulin im Zusammenhang mit Übergewicht fokussieren.

Eine der wichtigsten Funktionen von Insulin ist die Regulierung des Energiehaushalt des Körpers. Die Hauptaspekte sind:

-Das Einlassen von Glucose (Blutzucker) in die Zellen.

-Das Halten von Fett in den Fettzellen.

-Das Regulieren der Ketonproduktion in der Leber.


Wir unterscheiden 2 Zustände die Massgebend sind:


1. Der Zustand hoher Insulinwerte im Blut. Hierbei wird Glucose in die Zellen geleitet, wo es direkt der Energiegewinnung dient oder gespeichert wird. Wenn Glucose gespeichert wird, dann entweder in Form von Glykogen (kleiner Speicher) oder in Form von Fett (grosser Speicher mit grosser Ausbaukapazität). Bei hohem Insulinspiegel werden unsere Fettreserven zudem in den Fettzellen gehalten. Sie stehen somit der Energieproduktion weitgehend nicht zur Verfügung. Hohe Insulinwerte blockieren auch die Ketonproduktion in der Leber. In diesem Zustand ist das Gehirn auf Zufuhr von weiterer Glucose angewiesen, sobald der Blutzuckerspiegel absinkt.

Was du unbedingt in Erinnerung behalten solltest: Wie viel Insulin nach einer Mahlzeit ausgeschüttet wird entscheiden nicht die Anzahl Kalorien, sondern hauptsächlich der Kohlenhydratanteil dieser Mahlzeit.


2. Der Zustand niedriger Insulinwerte im Blut. Hierbei geht Fett aus den Fettzellen in die Blutbahn über und steht für die Energieproduktion zur Verfügung. Die Leber produziert Ketone, die auch dem Gehirn als Energiequelle dienen. Glucose wird nur dort benutzt, wo sie gebraucht wird. Je nach Bedarf stellt die Leber mehr Glucose zur Verfügung, entweder vom eigenen Glycogenspeicher oder durch Erzeugung von Glucose aus den Bausteinen von Protein und von Fett.


Der Wechsel zwischen diesen zwei Zuständen ist ganz normal für unseren Körper, und funktioniert sehr gut und schnell wenn man metabolisch flexibel ist, wie es zB bei Kindern der Fall ist. Aber es kann bei andauernd kohlehydratreichen Mahlzeiten auch zu Problemen kommen.


Ein Problem ist der zu starke Anstieg des Blutzuckers und der daraufhin zu starke Anstieg des Insulins. Es kann schnell zur Überkorrektur kommen - der Blutzuckerspiegel sinkt zu stark ab und das Gehirn kommt bei gleichzeitig fehlenden Ketonen im Blut in Energienotstand. Wir leiden unter Heisshunger, Schwächegefühl und schlechter Laune. Das wird oft durch weiteren Kohlenhydratkonsum 'gefixt' und kann uns in einen Teufelskreis aus Zuckerhochs und Zuckertiefs führen. Wir reden auch von der 'Zuckerachterbahn'.


Ein weiteres Problem entsteht mit der Zeit und ist ein Teufelskreis aus aufkommender Insulinresistenz und chronisch erhöhtem Insulinspiegel. Je öfter die Zellen den Insulinsignalen ausgesetzt sind, je weniger sensitiv reagieren sie darauf. Um den Blutzucker trotzdem zu normalisieren reagiert der Körper mit der Produktion von noch mehr Insulin. Dieser Prozess kann nicht nur zu exzessiv hoher Insulinausschüttung nach den Mahlzeiten führen, sondern auch zu chronisch erhöhtem Insulinspiegel. In diesem Zustand der sogenannten Hyperinsulinemia bleibt der Zugriff auf die eigenen Reserven fast rund um die Uhr versperrt. Man ist metabolisch unflexibel geworden und abhängig von ständiger Glucosezufuhr. Diäten, die einen ins Kaloriedefizit bringen ohne zuerst den Insulinspiegel zu normalisieren und die Fettreserven wieder zugänglich zu machen, können so zu anteilsmässig hohem Verlust von Muskelmasse führen sowie zu einer Senkung des Grundumsatzes, dh. die Anzahl Kalorien die man im Ruhezustand verbrennt, sinkt.


Der Vorteil der ketogenen Ernährungsweise ist die Normalisierung des Insulinspiegels, dem Wiederherstellen der Insulinsensitivität der Zellen und der Ankurbelung der Fettverbrennung.

bottom of page